Das Festival des erzählten Falls 2018

Was ist eigentlich ein

‚Erzählter Fall’?

Stellen Sie sich eine Gerichtsszene vor, in der ein ‚Fall‘ verhandelt wird. Dazu gehören Gutachten, Aussagen von Opfern und Klägern, Berichten von Augenzeugen, Stellungnahmen von Anwälten. Richter erzählen den Fall dann noch einmal nach, interpretieren seine Bedeutung, fassen zusammen, analysieren, interpretieren und ziehen dann einen Schluss der zu einem Urteil führt. Das Ereignis, um das es hier geht, wird zum Auslöser für eine große Anzahl von gesprochenen und später auch aufgeschriebenen Texten, die dann alle zusammen das ausmachen, was wir einen Fall nennen. Fälle bestehen, so gesehen aus einem Gewebe von Erzählungen, die sich zu Konfliktfällen entwickeln können, oder auch zu Problemfällen, der für den einen oder anderen zur Falle wird, in die er fällt. Manchmal gibt es Zufälle, die im Idealfall zur Lösung des Kriminalfalles führen (obwohl der Zufall immer auch ein Problemfall eines gut erzählten Falles sein kann.) Sie sehen, es gibt viele Varianten des Falls. Erst all diese Varianten und erst alle Erzähler zusammen machen den Fall zum erzählten Fall, zum Fall über den man sprechen, diskutieren, streiten oder auch sich einig werden kann. Der Fall, von dem man spricht, ist also immer eine Erzählung und damit gleichzeitig eine Dichtungsform …

… und egal wie Sie dazu stehen – am Krimi kommt niemand vorbei – auch Sie nicht!

(Nach-)erzählte Fälle füllen Kinosäle, Theaterbühnen und Buchhandlungen, sie inspirieren große Komponisten zu opulenten Werken, spannende Fälle bevölkern unsere Phantasie, Leichen tauchen, vermittelt durch die freundliche Unterstützung kompetenter Medien Tag für Tag in unseren Wohnzimmern auf, und es gibt wohl niemanden unter uns, der trotz des Bemühens, ein anständiger Mensch zu sein, nicht wenigstens über einige theoretische Grundkenntnisse unterschiedlicher Folter- und Tötungsarten verfügt und ganz natürlich auch die raffiniertesten Methoden der Fernsehkommissare mit Leichtigkeit durchschaut.

Die Profis unter den Erzählern, die Schriftsteller haben die große Bedeutung des Falles als Dichtungsform erkannt. Sie sind es, die uns mit auf die Reise nehmen und uns auf künstlerische Weise Fälle nahe bringen. Ohne sie wären unsere Kinosäle, Theaterräume und Buchhandlungen ziemlich leer. Sie sind es, die sich auf künstlerische Weise die Beschäftigung mit Fällen zur Lebensaufgabe gemacht haben und sie zur Dichtung machen.

Dieser Dichtungsform möchten wir ein eigenes Forum widmen und veranstalten deshalb…

 

Worum geht es und für wen ist ‚Der erzählte Fall‘ interessant?

Lesen Sie leidenschaftlich gerne Krimis und freuen sich jedes Wochenende auf den neuen Tatort?

Oder regen Sie sich immer wieder darüber auf, dass es kaum noch Programme ohne Mord und Totschlag gibt?

Vielleicht haben Sie sogar selbst schon einmal den Wunsch verspürt, einen Fall  zu erzählen, über den Sie gelesen oder gehört haben, der Sie ganz besonders berührt, aufregt, Ihre Aufmerksamkeit oder Ihren Unmut hervorruft? Oder Sie haben ganz einfach das dringende Bedürfnis sich in einem öffentlichen Forum endlich einmal Gehör zu zu einem Thema zu verschaffen, dass Ihnen auf der Seele brennt? Vielleicht möchten Sie aber auch nur hören, wie Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen zum Thema ‚erzählter Fall’ denken und mit anderen Fallinteressenten über das Gehörte diskutieren?

Dazu haben Sie die Gelegenheit beim dritten

‚ Festival des erzählten Falls‘