und das war das ‚Festival des erzählten Falls 2016‘

... und das war das Festival 2016

Am 19.6.2016 um 11.00 Uhr startete im Gasteig das erste Festival des erzählten Falls in München im Gasteig. Bei Zuschauern, Freunden, Fans, Experten und Fallerzählern drehte sich der ganze Tag nur um ein einziges Thema:

Den erzählten Fall

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Als Experten kamen zusammen (hier von Links nach rechts): Charly Weller, Janet Clark, RA Niklas Pastille, Su Turhan, Ina Jung und Friedrich Ani. Dabei konnten wir u.a. erfahren,

– dass Friedrich Ani schon mal das Ende eines Krimis zuerst liest, um sich dann entspannt der weiteren Lektüre widmen zu können

– dass Janet Clark sich sehr engagiert für die Förderung von Frauenkirminalliteratur einsetzt

– wie Ina Jung sich mit leidenschaftlichem Engagement dem Fall Peggy widmete und tatsächlich eine Revision des Verfahrens erwirken konnte

– dass Niklas Pastille sie deshalb für eine Heldin hält und sich gern bereiterklärt den Autoren künftig gern mit juristischem Rat zur Seite zu stehen

– dass Su Turhans Kommissar Zeki Demirbilek bald auf der Leinwand zu sehen sein wird

– das Charly Weller sich intensiv mit dem Fall des Katzenkönigs beschäftigt.

Nach einer spritzigen humorvollen Diskussion trafen sich am Nachmittag neun Fallerzähler, und erzählten ihre Fälle im Wettkampf um den Titel ‚Bester Fallerzähler des Jahres 2016‘.

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(Hier von links nach rechts: Johannes Stark, Erika Schalper, Dagmar Schmidbauer, Dr. Klaus Hübner)

Wir hörten:

– von Johannes Stark eine packende  eindringliche Darstellung    eines Flüchtlingsschicksals verbunden mit der Frage: Was ist Heimat?

– von Erika Schalper die Verlesung eines Testamentes, in dem sie auf satirische Weise Themen der aktuellen Tagespolitik auf die Schippe nahm

– von Dagmar Schmidbauer einiges über das Schicksal einer Kommissarin angesichts der Hochwasserflut in Passau

– von Dr. Klaus Hübner eine brillante Satire über eine Kneipenszene in München, die bei allen, die gern mal in g’standenen Münchern Kneipen ein Bier trinken gehen, einen Wiedererkennungseffekt hervorrufen dürfte.

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(von links nach rechts: Pierre Jarawan, Martin Trappen, Iris Leister)

– von Pierre Jarawan eine bewegende Darstellung über Humor im Libanon angesichts tagtäglicher Bedrohung durch Krieg und Tod. Zitat: „Phantasie hilft Menschen über das hinweg, was sie nicht sind, Humor über das, was sie sind“

– von Martin Trappen einen packenden Einblick in ein noch unveröffentlichtes Manuskript, in dem sich prägnante Dialoge mit messerscharfen Innenansichten des Protagonisten abwechselten. (Lieber Martin, wir wollen bald mehr von Dir lesen!)

– von Iris Leister die beklemmende Schilderung eines ‚echten‘ Falles, anhand dessen sie die Spirale sich steigernder Hilflosigkeit angesichts der Bosheit übel wollender Nachbarn greifbar machte.

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(Harry Kämmerer, Ruth M. Fuchs)

– von Harry Kämmerer, gemeinsam mit seinem Begleiter eine glänzende funkelnde Dialogsatire über den Alptraum zweier Eventveranstalter zum Besten gab, die niemand vergessen wird, der sie gehört hat

– und zu guter letzt von Ruth M. Fuchs eine Geschichte des Meisterdetektivs Erkül Bwaroo, ein Must Have für alle Agatha Christie Fans mit dem Zeug zum Kult

Der Überraschungsfall

Alle warteten nun gespannt auf die Verkündung des Urteils durch die Jury – aber noch war es noch nicht soweit, den erst gab es noch eine Überraschungsfall. Wie allseits bekannt ist, ist die gesamte Welt der großen Bühnen voller (Kriminal-) Fälle, so auch die Welt des Tanzes. Und aus dieser Welt kam unser Überraschungsfall:

Kennt Ihr das Ballett Schwanensee? Wenn nicht, dann ist Euch bisher einer der dramatischsten Fälle überhaupt entgangen: Prinz Siegfrid, gerade mal 21 geworden, sollte auf Wunsch seiner Mutter heiraten. Dass es nicht gutgehen kann, wenn Mütter von ihren Söhnen so etwas verlangen, kann sich jeder ausmalen. Siegfrid verliebt sich prompt in die entführte und in einen Schwan verzauberte Prinzessin Odile. Weder der Entführer noch die Eltern des Prinzen sind begeistert von seiner Wahl und so führt der Entführer dem Prinzen eine falsche Prinzessin vor, den schwarzen Schwan Odette der den Prinz durch seinen Tanz so bezaubert, dass er Odile vergisst und die Verwechslung nicht bemerkt. Das Ende dieser Geschichte voller Lug und Trug ist – wie kann es anders sein – tragisch: Odile muss verzaubert bleiben, der Prinz allein und alle sind unglücklich.

Anläßlich unserer Festivals hat Esther Sebestyen exklusiv für das ‚Festival des erzählten Falls‘ den Tanz des schwarzen Schwans neu choreographiert und wir alle waren nach der Darbietung mindestens genauso verzaubert wie es der Prinz gewesen sein muss.

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Hier die Tänzerinnen Selma und Kira in einer Choreographie von Esther Sebestyen.

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Die Preisverleihung

Eigentlich hätten alle einen Preis verdient. Doch nachdem das leider nicht möglich ist, fiel die Entscheidung:(um die die Jury wirklich gerungen hat)

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Der Hauptpreis ging an Pierre Jarawan, der ab sofort den Titel: Bester Fallerzähler 2016 führen darf

Der Publikumspreis ging an zwei Erzähler, die sich mit Stimmengleichstand auf den zweiten Platz ‚erzählten‘: Harry Kämmerer und Johannes Stark.

Das Festivalteam bedankt sich an dieser Stelle bei allen, die so engagiert mitgemacht und das ‚Festival des erzählten Falls 2016‘ zu einem vollen Erfolg gemacht haben.

Ihr wart alle großartig und wir hoffen dass wir Euch bald wiedersehen und mehr von Euch hören, sehen und lesen können!

Und wenn Ihr nicht dabei sein konntet, dann kommt doch einfach zum

Festival des erzählten Falls 2017