Iny Lorentz – Interview

Iny Lorentz haben sich bereit erklärt, uns ein paar Fragen zu beantworten. Lest selbst, was sie uns erzählt haben!

Interviewer: Sie haben schon eine Vielzahl von Romanen geschrieben. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration zu den unterschiedlichen Themen?

Iny Lorentz: Sperren Sie uns in ein brauchbares Zimmer, sorgen Sie für Tee und vielleicht etwas Obst, und wir kommen eine halbe Stunde später mit dem Plot eines neuen Romans heraus! Die Inspiration dazu kommt aus vielen Quellen, dem, was wir gesehen und erlebt haben, das, was wir gelesen bzw. recherchiert haben und dem, was unsere Phantasie daraus macht.

Ihre Recherchereisen führen Sie zu den schönsten und mysteriösesten Orten. Gibt es einen Ort der Ihnen besonders ans Herz gewachsen ist und warum?

Die Orte, die uns am meisten ans Herz gewachsen sind, sind unsere Arbeitszimmer. Natürlich reisen wir oft und lernen dabei neue Städte und Länder kennen. Es gibt etliche Highlights darunter, so die Gletscher Islands, die prunkvollen Schlösser in Polen, die einsamen Inseln der Marquesas, die Wüsten Arabiens und und … und … Wir kommen jedoch immer wieder gerne nach Hause, um die Eindrücke, die wir gewonnen haben, in Romane umzusetzen.

Hinter „Iny Lorentz“ verbergen sich zwei Personen. Kommt es da nie zu Unstimmigkeiten? Unsere Leser würde auch interessieren: Wer schreibt eigentlich welchen Teil? Wie einigen Sie sich?

Beim Schreiben gibt es bei uns keine Unstimmigkeiten. Wir reden bereits lange, bevor wir mit dem Roman beginnen, darüber und hören uns dabei an, wie sich der andere die Geschichte vorstellt. Passen ausnahmsweise einmal zwei Ideen nicht zusammen, diskutieren wir so lange, bis wir eine passendere und vor allen auch bessere Form finden, die uns beiden zusagt.

Unsere Schreibarbeit ist so strukturiert, dass Elmar den Rohtext schreibt und diesen einmal nach Inys Kritik überarbeitet. Danach übernimmt Iny den Text und schleift ihn in fünf Arbeitsgängen so zurecht, dass wir ihn unbesorgt unserer Lektorin übergeben können.

„Das Festival des erzählten Falls“ ist ein Projekt, dass von Studenten der LMU organisiert wird. Wie kam es dazu, dass Sie sich entschlossen haben als Fallexperten teilzunehmen?

Wir haben im letzten Jahr sehr viel Positives über den erzählten Fall gehört, konnten aber wegen unserer Recherchereise nach Island nicht dabei sein. Deshalb waren wir gerne bereit, als Experten daran teilzunehmen. Wir wären allerdings auch als Zuhörer gekommen.

Ludwig Wittgenstein schrieb: „Die Welt ist, was der Fall ist“. Welche Bedeutung spielen Fälle in Ihren Romanen? Was verstehen Sie unter „einem Fall“?

Ein Fall kann mehr sein als ein schlichter Kriminalfall. Ein Fall ist ein schwerer Eingriff ins Leben, sei es durch andere Menschen oder durch natürliche Ursachen. Doch auch in unseren Romanen hat es sehr oft etwas mit einem Verbrechen zu tun. So führte der Fall Marie Schärer zur Wanderhure, der Fall Walther Fichtner und seiner Frau zur Flucht und Auswanderung der beiden nach Amerika, und der Fall Tobias Just zu erstaunlichen Aktionen seiner Ehefrau, der früheren Wanderapothekerin Klara.